Gut gewürztes Zukunftsrezept

FernUni Perspektive 
Source: FernUni Perspektive, Gerd Dapprich, Vol. 1, No. 2/2002, p. 15

FernUni Perspektive: Gut gewürztes Zukunftsrezept

Die Zukunft hat viele Namen: Besonders wohlklingend und geschmackvoll ist der von Peperoni Mobile & Internet Software GmbH. Peperoni, Gewinner des Hauptpreises beim Gründerwettbewerb Multimedia des Bundesministeriums für Wirtschaft im April 2002 ist eine Ausgründung aus der FernUniversität, die im Rahmen des EXIST-SEED-Programms von der Hochschule unterstützt wurde. Erfolgsrezept des jungen Unternehmens war und ist, ein gutes Produkt zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt und über einen guten Vertrieb an den Mann oder die Frau zu bringen.

Peperonis neueste Entwicklung ist „peperonity“, die erste mobile Gemeinschaft: Kunden von i-mode können via Handy eigene Internetseiten erstellen und veröffentlichen. Doch gute Produkte alleine genügen nicht, wichtig ist auch, sich von anderen zu unterscheiden. Deshalb suchten Marcus Ladwig, Kai Dornseiff, Thomas Bühren und Maciej Kuszpa Ende 2000 in einer langen Abendsitzung einen pfiffigen Namen für ihre neue Firma. Zur Stärkung von Körper und Geist wurde Pizza – deftig, bunt und scharf – bestellt. Mit Erfolg, der Geistesblitz ließ angesichts des Pizzabelages nicht lange auf sich warten: „Warum nicht ,Peperoni‘?“ Ein einprägsamer Glücksgriff: Schnell lernte man die vier Peperonis in der Branche genauso kennen wie in der Hagener Öffentlichkeit.

Ein feines Gespür für Trends bewies das Quartett auch beim Entwickeln von Produkten und beim Aufspüren von Geschäftsfeldern. Spezialität sind die Entwicklung und der Betrieb von Lösungen für alle heutigen und zukünftigen Technologien des mobilen Internets und der Mobilfunk-Standards (SMS, EMS, MMS u. a.). Ihre Technologie bringt Dienste und Inhalte auf die Displays unterschiedlichster Endgeräte (Handys, tragbare Kleinst-PC etc.). Unterstützt werden neben Web, WAP und PDA auch imode- und Java-Handys sowie UMTS.

„Mobiles Internet für alle“ steht als Vision dahinter, jeder soll immer und überall Informationen empfangen und genauso eigene ins Netz stellen können. Überall und immer heißt: unabhängig von einem stationären Zugang. Die Anwender können über ihr mobiles Endgerät – etwa ein Handy – ihre eigene Homepage erstellen, die auf allen anderen Endgeräten läuft. So können Außendienstmitarbeiter z. B. sofort und gleichzeitig Informationen in allen wichtigen Bereichen der Firmenzentrale bekannt machen oder Wichtiges für sich abrufen.

Dreh- und Angelpunkt ist immer „Wie muss eine Lösung aussehen, damit jeder sie anwenden kann?“ Letztendlich gehört zur Lösung also sehr große Kundennähe.

Zurzeit konzentriert sich die Full-Service-Agentur für Mobile und Electronic Business auf drei Bereiche:

  • Mobile Community Services
    (Dienste für mobile Gemeinschaften)
  • Shop-Systeme für Wiederverkäufer
    (Handel im Internet)
  • Auftragsprogrammierung
    (Dienstleistungen im Internet)

Dabei konnte das junge Unternehmen bereits bekannte Kunden gewinnen, ihrer Dienste bedienen sich z. B. E-plus, O2 oder der Bundesvorstand der Gewerkschaft Ver.di.

Weitere ganz wesentliche Grundlage für den Erfolg waren lange Freundschaften. Marcus Ladwig, Kai Dornseiff und Thomas Bühren kennen sich schon seit ihrer Schulzeit, nach dem Abitur studierten sie an der Universität Dortmund Informatik. Bühren hat sein Studium bereits erfolgreich beendet. Maciej Kuszpa ist der Kaufmann im Quartett. Er promoviert zurzeit im wirtschaftswissenschaftlichen Lehrgebiet Organisation und Planung von Prof. Dr. Ewald Scherm an der FernUniversität. Ladwig war Studentische Hilfskraft bei Prof. Dr.-Ing. Firoz Kaderali im elektro- und informationstechnischen Lehrgebiet Kommunikationssysteme.

Diese beiden Anstellungen an der FernUniversität waren eine der Voraussetzungen für die Förderung durch das EXIST-SEED-Programm der Bundesregierung. Gesorgt dafür hatte Prof. Dr. Klaus Anderseck, Lehrgebiet Didaktik der Wirtschaftswissenschaft. Die wissenschaftliche, wirtschaftliche und räumlich enge Verbindung zur FernUniversität hatte für die Existenzgründer viele Vorteile. An einer Universität mit Präsenzlehre hätten sie dies so keineswegs gehabt, sind sie sich sicher. Besonders heben sie hervor, wie unbürokratisch, flexibel und persönlich alle Ansprechpartner ihnen helfen: „Die Wege zu den Professoren und in die Bibliothek sind extrem kurz!“ (Da)

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