Keine Spur von Niedergang

Pressespiegel: 19.03.2004, Westfalenpost, Nr. 67/2004, S. PWI2, von Stefan Pohl

Die Cebit präsentiert sich so, als habe es nie eine Krise gegeben

Hannover. Erster Eindruck: Es ist kein Niedergang in Sicht. In den Hallen der weltgrößten Computermesse Cebit herrscht kurz nach Eröffnung geschäftiges Treiben. Kein Drängeln, kein Schubsen, aber reges Interesse.

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Die FernUniversität Hagen hatte das Motto im „Zukunftspark“ in Halle 11, Wissen ist Zukunft, wörtlich genommen. 400 Forschungseinrichtungen zeigen dort ihre Projekte. Am Gemeinschaftsstand NRW präsentiert der Wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Maciej Kuszpa, eine Geschäftsidee, wie man während des Studiums an der Fernuni „Leerzeiten zu Lernzeiten“ machen kann.

Seine Überlegung: Die Fernuni hat zu 80 Prozent berufstätige Studenten, die nur wenig Zeit zum Lernen haben. Sie haben zwar ihre Lerninhalte nicht immer dabei, bestimmt aber ihre Handys oder Handhelds (PDA). Auf Speicherkarte oder per Internet können nun prüfungsrelevante Aufgaben, in Bus oder Bahn, im Wartezimmer oder in Pausen zu Hause aufgerufen und bearbeitet werden, online sogar ausgewertet.

Das Problem dabei, das gibt der Diplomkaufmann aus Hagen zu, sind die hier im Lande hohen Handy-Gebühren. WAP-Flatrates, wie in Großbritannien, sind noch nicht in Sicht. Kuszpa legt Wert auf die Feststellung, dass dies kein Ersatz für das traditionelle Studium ist, sondern eine Ergänzung. Da fügt es sich gut, dass der 29-jährige Geschäftsführer der 10 Mitarbeiter starken Peperoni Software GmbH in Hagen ist, die die Software für den Speicherchip entwickeln will und schon heute Zulieferer für die Netzbetreiber O2 und E-Plus ist.

Einsatzmöglichkeiten für die neue Entwicklung sieht Kuszpa, der in Breslau geboren und in Schweden aufgewachsen ist, vor allem in Schulen, wo die Kinder viel selbstverständlicher und vorurteilsfreier als Erwachsene mit ihrem Handy umgehen. Aber wenn das Problem der Kostenfalle nicht gelöst wird, das weiß auch der Experte, dass werde es schwierig, daraus ein Geschäft zu machen.

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